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      Bob Marley wäre stolz auf Neumarkt  

         Zum 64. Geburtstag des Reggae-Königs wurde ein Konzert,
                             das seinesgleichen sucht, geboten.




Von Doris Haselmann

NEUMARKT. Bob Marley hätte sicher gestaunt, wenn er den Bash zu seinem 64. Geburtstag am
Samstag
im Johanneszentrum miterlebt hätte. Reggae lebt! Nicht etwa aufgewärmt oder als Ab-
klatsch des großen
Reggae-Königs, sondern in ganz eigenständiger Weise: Reggae-Songs mit
deutschen Texten oftmals sogar
im bayerischen Dialekt. Glaubwürdige Texte, mit Engagement und
„positive Vibrations“, die dich unweiger
lich aufs Publikum übertrugen.
     Etwas schwer hatten es „The Fighting Souljahs“ aus Regensburg noch, die als erste Band das
Publikum auf
wärmten. Doch sie hatten mit ihrem Sound offensichtlich ganze Arbeit geleistet, denn
als anschließend die
Kastla-Rasta-Band „Freispruch“ einheizte, stieg die Stimmung schnell an.
Vor allem, als die Fans der Musiker
zu erkennen gaben und die Töne deutlich einheimischer wurden,
wurde die gute Stimmung greifbar. Als
Special Guest hatte Miche Süllner RasBama geladen, der mit
engagierten Texten sogar die Umbaupausen
zu Events machte.
     Und als anschließend „The Gauwailers“ kamen, brodelte es förmlich unter den knapp 500 Be-
suchern bei der
vom Neumarkter Tagblatt und den „Gauwailers“ präsentierten Veranstaltung. „We
are Family“ – dieser Geist
des Reggae war deutlich zu spüren. Miche Süllner mit seiner Neumarkter
Band verstand es, dieses Reggae-
Feeling in den Besuchern wachzurufen.


Vorne: Heike, Golly, Betty, Schorsch. Hinten: Wolfi und Martin.

Das waren sicher seine neuen Songs, welche die Besucher mitrissen, aber einfach auch die gute Mu-
sik der
Neumarkter Formation und: Sie leben Reggae. Doch nicht nur der Geist des Reggae gehört
dazu, auch
Können – das bewiesen sie ebenfalls: Erstmals präsentierten sie einen kompletten Bläser-
satz – perfekt,
mitreißend spielten Heike Berghofer, Golly Hertlein, Bettina Maier und Georg Kobras.
     Die Stimmung war auf dem Höhepunkt, das Publikum wollte die „Gauwailers“ nicht mehr von
der Bühne
lassen, doch „Mista Wicked & Riddim Disasta“ standen noch auf dem Programm. Und
sie schafften tatsäch
lich noch eine Steigerung: Die siebenköpfige Band aus Rosenheim ließ den Reg-
gae-Funken erneut über
springen und vermittelte Botschaften in Bayerischer Mundart, die ein Wir-
Gefühl erzeugten.
Tanzen, Lachen, Musik – das Feeling war genauso wie früher, als der Rastafari
Bob Marley noch unter
wegs war. Doch während die Bob Marley-Generation für dieses Feeling noch
weiche Drogen brauchten,
genügt der neuen Generation die Musik, die Texte, die Philosophie, der
Spaß, die Bewegung, das „ois is easy“.
Während man früher bei Konzerten überall Rauchwölkchen
mit diesem ganz bestimmten Geruch wahrnahm,
war im Johanneszentrum alles „gesittet“ rauchfrei,
auch der Alkohol floss nicht in rauen Mengen.

Und am Rande des Geschehens – gefördert von Miche Süllner und den „Gauwailers“ – hatten
Schüler aus
Berching einen Infostand aufgebaut, wo sie eine Aktion durchführten, um damit gegen
Kindersoldaten zu
demonstrieren: Sie sammelten die Abdrücke von Händen, die man im Farbe
tauchte, dazu eine Aussage
gegen Krieg und eine Unterschrift dazu. Die Blätter sammeln Andreas
Rupp, Michael Zimmermann und
Christine Mirwald und schicken sie Nach New York. Eine Million
solcher Proteste gegen Kindersoldaten
ist das Ziel. Revolution! Der Aufruf des Reggae nimmt Ge-
stalt an – alle Achtung, junge Generation!

 
(Mit freundlicher Genehmigung vom Neumarkter Tagblatt)       Alle Fotos: Thomas Aumeier. 



Mista Wicked & Riddim Disasta



Freispruch



The Fighting Souljahs



RasBama

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